
Experte für Gehirnerschütterung - Verstehen, erkennen und behandeln
Basiskurs zur evidenzbasierten Diagnostik, Screening und Therapie nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma (LSHT)
Patient:innen nach Gehirnerschütterung oder leichtem Schädel-Hirn-Trauma stellen Therapeut:innen zunehmend vor komplexe Herausforderungen. Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Belastungsintoleranz, Konzentrationsprobleme oder autonome Dysregulationen können weit über die akute Phase hinaus bestehen und erfordern eine strukturierte, evidenzbasierte Herangehensweise.
In diesem praxisorientierten Basiskurs erhältst du aktuelles wissenschaftliches Wissen sowie konkrete diagnostische und therapeutische Strategien für die physiotherapeutische Praxis. Die Weiterbildung kombiniert moderne Neurophysiologie mit klinischer Entscheidungsfindung und legt besonderen Wert auf eine strukturierte Untersuchung, Subgruppenbildung sowie pathophysiologisch begründete Therapieentscheidungen.
Der Kurs umfasst zwei Präsenztage sowie vorbereitende E-Learning-Inhalte zur Vertiefung der theoretischen Grundlagen. Ergänzend unterstützen Multiple-Choice-Fragen und interaktive Elemente den Lernprozess. Eine Abschlussprüfung dient der Qualitätssicherung und Festigung der Inhalte.
Du lernst, Symptome gezielt einzuordnen, Red Flags sicher zu erkennen und Patient:innen differenziert zu untersuchen. Im Fokus stehen insbesondere zervikale, vestibuläre, okulomotorische sowie autonome Dysfunktionen. Zusätzlich erhältst du praxisnahe Einblicke in evidenzbasierte Assessments, Belastungssteuerung sowie aktuelle Return-to-Activity- und Return-to-Sport-Konzepte.
Anhand von Fallbeispielen, klinischen Demonstrationen sowie praktischen Untersuchungs- und Behandlungstechniken wird das Gelernte direkt in die Praxis übertragen. Interaktive Elemente wie Mentimeter und/oder Kahoot fördern zusätzlich den Austausch und die klinische Reflexion. Falls ein:e Patient:in zur Verfügung steht, erfolgt am zweiten Kurstag die gemeinsame praktische Anwendung mit anschließendem Feedback.
Kursumfang
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2 Präsenztage à 8 Unterrichtsstunden
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ca. 5-6 Stunden vorbereitendes E-Learning
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Abschlussprüfung
Kursinhalte
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Grundlagen der Gehirnerschütterung: Terminologie, Definitionen und Epidemiologie
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Neurometabolische Kaskade und deren klinische Bedeutung
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Neuroendokrine Prozesse: autonomes Nervensystem, HPA-Achse und Neuroinflammation
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Zusammenhang zwischen Symptomen und zugrunde liegenden Systemen
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Screening nach Kopftrauma inklusive Red Flags und Differenzialdiagnosen
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Strukturierte Anamnese und Identifikation prognostischer Faktoren
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Klinische Untersuchung: zervikal, vestibulär, okulomotorisch, Gleichgewicht und autonomes Nervensystem
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Erkennen und Behandeln eines posttraumatischen BPPV
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Erkennen und Testen orthostatischer Intoleranz
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Evidenzbasierte Assessments, z. B. aerobe Belastungstests und vestibulo-okuläre Tests
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Klinische Entscheidungsfindung und Subgruppierung von Patient:innen
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Praxisnahe Therapieprinzipien bei akuten und anhaltenden Beschwerden
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Belastungssteuerung und Umgang mit Belastungsintoleranz
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Patientenedukation und biopsychosoziale Einflussfaktoren
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Return-to-Activity-, Return-to-Work- und Return-to-Sport-Konzepte
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Indikationsstellung zur Überweisung
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Raum für Fragen, Austausch und Reflexion
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Praktische Anwendung am Patienten mit anschließendem Feedback (falls möglich)
Dozierende
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Cornel Tol - PhD, MSc. Orofacial Physiotherapeut (NL)
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Melvin Pitz - Manualtherapeut (Master), cred. Mc Kenzie (NL)
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Jutte Prünner - MSc. Orofacial Physiotherapeut (NL)
Der Kurs richtet sich an Physiotherapeut:innen, die Patient:innen nach Gehirnerschütterung evidenzbasiert untersuchen, begleiten und behandeln möchten. Besonders geeignet für Therapeut:innen mit Interesse an Neurologie, Sportphysiotherapie, vestibulärer Rehabilitation und komplexen Beschwerdebildern nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma.